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Spa­ni­sche Bischöfe ver­ur­tei­len «Per­ver­sion», «Dog­ma­tis­mus» von Gender-​Kolonialisierung


Von Susanne Finner und Nicolás de Cárdenas

MADRID, 11 October, 2022 / 11:30 AM (CNA Deutsch).-

Die spanischen Bischöfe haben in einer Mitteilung der bischöflichen Unterkommission für die Familie und den Schutz des Lebens auf den "irrationalen ideologischen Gender-Dogmatismus" hingewiesen, der in der Gesetzgebung vorherrscht, die von der sozialkommunistischen Regierung unter dem Vorsitz von Pedro Sánchez vorangetrieben wird.

Die spanische Bischofskonferenz (CEE) unter dem Vorsitz des Bischofs der Kanarischen Inseln, José Mazuelos, erklärt, dass die katholische Kirche die Aufgabe hat, "die Würde jedes Menschen zu verteidigen und aufzuzeigen" und "ihre Stimme prophetisch zu erheben".

Sie tat dies am gestrigen Montag angesichts des Vorschlags zweier Gesetze, die "weit davon entfernt sind, das Wohl der Person und ihre Würde zu fördern, sondern sie ernsthaft angreifen". Es geht um die Änderung des Abtreibungsgesetzes und die Bearbeitung des sogenannten Trans-Gesetzes. Am vergangenen Donnerstag lehnte die Mehrheit des Kongresses die Änderungsanträge in Gänze ab, die zu Projekten der Regierung in diesen Bereichen vorgelegt worden waren, so dass die von der Exekutive vorgeschlagenen Texte ihren legislativen Gang in den kommenden Wochen fortsetzen können. In Bezug auf die Änderung des Abtreibungsgesetzes betonen die Bischöfe einige "verwerfliche Aspekte", wie die Beibehaltung der Betrachtung der Abtreibung als "Recht" und den "Angriff auf die Gleichheit", der vorsieht, in der Schwangerschaft Abtreibungen von behinderten Kindern "bis zu fünfeinhalb Monaten" zuzulassen. Ebenso missbilligen die Bischöfe die "Möglichkeit, dass 16- und 17-jährige Mädchen ohne Zustimmung ihrer Eltern abtreiben können" und dass es für Ärzte, die keine Abtreibungen durchführen wollen, zur Pflicht wird, sich in ein Register einzutragen. Die bischöfliche Unterkommission kritisiert die Regierung auch dafür, dass sie die Abschaffung der dreitägigen Bedenkzeit zwischen der Stellung des Antrags auf Abtreibung bis zu dessen Vollzug und die Abschaffung der verpflichtenden Information über hilfreiche Alternativen in der Schwangerschaft fördert.

In Bezug auf das Gesetz zur tatsächlichen und effektiven Gleichstellung von Trans-Personen und zur Gewährleistung der Rechte von LGTBI-Personen (Trans-Gesetz) betonen die Bischöfe, dass "es in seinen Artikeln besorgniserregende Elemente der Aufzwingung der Queer-Theorie enthält", welche die sexuelle Identität in Frage stellen.

"Ideologische Perversion"

Die Bischofskonferenz ist sich bewusst, dass auf diese Weise "eine einzige anthropologische Konzeption" willkürlich festgelegt und aufgenötigt wird, was einen "Horizont ideologischer Kolonialisierung" eröffnet. Deshalb müsse man an die "eigentliche Anthropologie" der Einheit von Leib und Seele im Menschen erinnern.

In diesem Sinne sind die Vertreter der Kirche in Spanien besorgt um jene, die "die Folgen" der Gender-Ideologie erlitten haben, und bieten ihnen ihre "Unterstützung und Hilfe" an, um "die Perversion der ideologischen Gesetzgebung zu beleuchten".

Die Bischöfe befürchten die direkten Auswirkungen der Beförderung der Gender-Ideologie durch die Staatsgewalt. Man weiß, dass es nicht demokratisch ist, "in allen Bereichen eine eigentümliche und reduzierte anthropologische Sichtweise durchzusetzen".

Als "irrationalen ideologischen Dogmatismus" qualifiziert die Bischöfliche Unterkommission, dass die Entpathologisierung der Transsexualität "mit der Förderung eines medizinischen Eingriffs gleichgesetzt wird, aber ohne medizinische Kriterien, sondern anhand von subjektiven Kriterien des Patienten". Zudem kritisieren sie, dass in diesem Gesetz "die Möglichkeit einer psychosexuellen Behandlung negiert wird und sogar die Notwendigkeit abgelehnt wird, eine Diagnose von Menschen mit Geschlechtsidentitätsstörung zu erstellen, wodurch die medizinische Diagnose mit einem Versuch zur Aufhebung der Persönlichkeit verwechselt wird".

Die Bischöfe erinnern daran, dass es viele Zeugnisse von Personen gibt, die sich der sogenannten hormonellen und chirurgischen sexuellen "Umwandlung" unterzogen haben und darin keine Lösung für ihre Situation gefunden haben. Sie betonten auch, dass "alle wissenschaftlichen Studien übereinstimmen, dass mehr als 70 % der Kinder, die darum bitten, ihr Geschlecht zu ändern [ihre sexuelle Erscheinung ändern, A.d.R.], wenn sie in der Pubertät sind, nicht weiter um diese Änderung bitten".

"Annahme der Menschen mit Geschlechtsidentitätsstörung"

Die Mitglieder der Bischöflichen Unterkommission für die Familie und den Schutz des Lebens betonen, dass die christliche Gemeinschaft, insbesondere die Priester, "immer Gefühle der Annahme gegenüber Menschen mit Geschlechtsidentitätsstörung entwickeln müssen". Diese Menschen "haben das Recht, respektiert und mit den zulässigen Mitteln behandelt zu werden, die die Medizin zur Verfügung stellt, um das höchstmögliche und zufriedenstellendste Maß an körperlicher, geistiger und zwischenmenschlicher Gesundheit zu erreichen".

Die Bischöfe fügen hinzu, dass "die Gläubigen, die sich in dieser Situation befinden, geliebte Kinder des Vaters sind". Sie sind zur Heiligkeit berufen und dazu, den Willen Gottes zu erfüllen, "indem sie die Leiden und Schwierigkeiten, die sie aufgrund ihrer Lebensumstände erfahren, mit dem Opfer des Kreuzes vereinen".

Die Bischöfe sehen sich zudem aufgefordert, "lautstark die Stimme zu erheben", um "den Einsatz vorzeitiger und irreversibler Behandlungen" insbesondere bei Minderjährigen anzuprangern und gleichzeitig die Achtung "der Gewissens- und Wissenschaftsfreiheit aller beruflich Tätigen" einzufordern.

In diesem Sinne weisen sie auf ihre Besorgnis hin, "dass man eine Doktrin durchsetzen will, die die berufliche Tätigkeit in den Bereichen Bildung, Gesundheit, öffentlicher Dienst, Justiz, Kultur und Medien bestimmt".

Der Brief der spanischen Bischöfe endet mit der Bitte an die Jungfrau Maria, "uns Kreativität zu schenken, um die dringend benötigte Kultur des Lebens und der Nächstenliebe zu errichten, um für die Menschen zu sorgen, die verwundet am Straßenrand liegen bleiben".

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