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Gesucht wird: Ein massvoller Ansatz


„Ich will doch nur das Beste für mein Kind!“ Dieser Aussage würde wohl so ziemlich jeder Vater und jede Mutter zustimmen. Stellt besagtes Kind allerdings die eigene Geschlechtsidentität in Frage, gibt es schnell Streit darüber, was denn nun das Beste für das Kind ist. Ein Genfer Verein will betroffenen Eltern helfen.


Von Ursula Baumgartner


Was tun, wenn die eigene Tochter plötzlich erklärt, ein Junge zu sein? Mit dieser Problematik sehen sich immer mehr Eltern konfrontiert. Was hilft dem Kind am meisten? Bestärkt man es in seiner Transidentität, nimmt man damit auch in Kauf, dass Hormonbehandlung und chirurgische Eingriffe folgen, jeweils mit nicht zu vernachlässigenden Nebenwirkungen und Langzeitschäden. Ermuntert man das Kind jedoch, sich Zeit zu nehmen, um im eigenen biologischen Geschlecht anzukommen, besteht die Gefahr, dass Ärzte, Therapeuten und einflussreiche Gruppen wie z.B. Online-Communities dem Kind auch gegen den Willen oder ohne Wissen der Eltern eine Transition ermöglichen.


Der Verein AMQG


Isabelle Ferrari ist so etwas passiert. Sie fiel aus allen Wolken, als ihre 16-jährige Stieftochter ihr offenbarte, künftig als Junge leben zu wollen, wie sie beim Online-Forum von Zukunft CH zum Thema „Transkinder‟ vom 16. Juni 2022 erzählte. Ein Genfer Psychiater verschrieb der Tochter Testosteron und die Entfernung der Brüste. Aus Verzweiflung darüber, dass sie und ihr Mann bei der Behandlung des immerhin noch minderjährigen Mädchens kein Mitspracherecht bekamen, gründete sie den „Verein für einen massvollen Ansatz in Genderfragen bei Jugendlichen“ (Association pour une approche mesurée des questionnements de genre chez les jeune, AMQG).


Der Name ist Programm. So möchte der Verein eine öffentliche Debatte über den gesellschaftlichen Umgang mit dem Thema Transgender bei Jugendlichen erreichen. In erster Linie für betroffene Eltern gegründet, engagieren sich inzwischen auch Sozialarbeiter, Lehrer, Juristen und Ärzte bei AMQG. (Mehr zum Fall Ferrari auch im Artikel des Nebelspalters „Genfer Verein kämpft gegen Transgenderwahn bei Jugendlichen‟.)


Grosser Bedarf an Aufklärung


Und tatsächlich ist das Anliegen des Vereins ein sehr wichtiges und berechtigtes. Die Zahlen von Jugendlichen, die sich als „transgender‟ identifizieren, steigen allerorten stark an. Dies kann man natürlich darauf zurückführen, dass die Akzeptanz in der Gesellschaft grösser geworden ist, wie manche Ärzte und Politiker es tun. Man kann sich aber zumindest auch fragen, ob hier nicht ein gewisser „Modetrend“ vorliegt. Betrachtet man den Anteil von Transgender-Personen an der gesamten Gesellschaft und im Vergleich dazu den Anteil von Transgender-Jugendlichen in manchen Schulen, drängt sich der Verdacht auf, dass man durchaus von einer gewissen sozialen Ansteckung ausgehen darf.

Unabhängig davon, welche Ursache man annimmt, muss diskutiert werden, wie mit Transgender-Jugendlichen umgegangen werden soll. Möchte man ihnen Pubertätsblocker verabreichen, um die Entwicklung in die vermeintlich falsche Richtung zu stoppen? Dann erfolgt in aller Regel leicht zeitversetzt auch die Einnahme von gegengeschlechtlichen Hormonen. Warum? Ganz einfach: Weil Pubertätsblocker oft nicht halten, was sie versprechen.


Die Schritte bei der Transition …


Pubertätsblocker seien eine wundervolle Möglichkeit, die Entwicklung auf „Pausetaste“ zu drücken und das Kind in Ruhe sich selbst finden zu lassen, schwärmt die Kinderärztin Michelle Forcier in Matt Walshs Dokumentation „What is a woman?“. Was sie nicht berichtet, ist die Tatsache, dass dies biologisch nicht vorgesehen ist. Kein Medikament der Welt kann die Zeit anhalten. Ebenso wie die biologische Entwicklung gestoppt wird, wird auch die psychologische Entwicklung verzögert. Erhofft man sich von Pubertätsblockern also, noch länger Zeit zu haben, um zu einer Entscheidung bezüglich der eigenen Identität zu gelangen, hat man auf Sand gebaut – die Identitätskrise legt sich nicht.

Damit ist die Einnahme von Hormonen der logische nächste Schritt. Dieser aber hat dann wirklich irreversible Folgen, denn die Hormone bewirken bei Mädchen, die zu Jungen werden wollen, dass kein Brustwachstum erfolgt, dafür aber Körperbehaarung spriesst, Stimmbruch beginnt und die Schultern breiter werden. Umgekehrt wachsen die Brüste bei Jungen, die zu Mädchen werden wollen, und die Hoden schrumpfen unter dem Einfluss der weiblichen Hormone. Bei beiden Geschlechtern bewirken die geschlechtsverschiedenen Hormone eine Unfruchtbarkeit.


Chirurgische Eingriffe sind der letzte Transitionsschritt, den aber nicht alle Trans-Menschen gehen. Die Entfernung der Brüste und/oder von Eierstock und Uterus bzw. von Penis und Hoden raubt dann das letzte, was optisch noch an eine Frau oder einen Mann erinnern könnte.


…und ihre Probleme


Dass so weitreichende Eingriffe in den Körper nicht ohne unerwünschte Folgen bleiben, dürfte klar sein. Neben den körperlichen Problemen wie einem erhöhten Thromboserisiko, Osteoporose oder auch der bereits erwähnten Unfruchtbarkeit muss aber vor allem dringend eine Konsequenz in den Köpfen der Menschen ankommen: Dass nämlich eine Frau auch mit allen Medikamenten und Skalpellen der Welt niemals wirklich zu einem Mann werden wird und umgekehrt. Und was passiert mit dem „Dreiviertelmann“, der mit 13 Jahren seiner Weiblichkeit entfliehen wollte und mit Mitte 30 plötzlich einen wehmütigen Kinderwunsch verspürt? Bereitet irgendjemand die Transkinder auf diese Probleme vor oder geht es bei der Transition hauptsächlich darum, der Unannehmlichkeit des Augenblicks auszuweichen?


Was ist eigentlich mit den anderen?


Darf man in einer so toleranten, offenen Gesellschaft wie der unsrigen eigentlich auch fragen, wie es den Schul- oder Studienkameraden geht? Welche Unterstützung bekommt die 14-Jährige, die vielleicht darum trauert, dass Alexandra plötzlich zu Jonas geworden ist? Wie deutlich darf der Achtklässler sich äussern, dem es unangenehm ist, dass bei der Klassenfahrt ein Transjunge im gleichen Zimmer schläft? Wie wütend darf die Sportlerin sein, die zum dritten Mal im Wettkampf der Transsportlerin unterlegen war? Haben deren Gefühle auch eine Berechtigung oder sind sie lediglich Anzeichen einer tiefsitzenden Transphobie?


Bei all diesen Fragen wird deutlich, wie dringend notwendig Vereine wie AMQG sind. Denn die vielen Emotionen, die mit dem Thema Transkinder verbunden sind, zeigen, was wir wirklich brauchen: einen massvollen Ansatz.

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