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Ein Mann als „Frau des Jahres“?

Bis vor ein paar Jahren hätte man nicht gedacht, dass folgende Aussage einmal für Aufruhr sorgen könnte: Ein Mann kann nicht „Frau des Jahres“ werden. Das sieht die Jury des englischen Magazins „Attitude“ offenbar anders. Sie verlieh diesen Titel an Dylan Mulvaney, eine Trans-„Frau“ aus Kalifornien. Inzwischen ist dies kein Einzelfall mehr.


Kommentar von Ursula Baumgartner


„Manche Menschen sehen mich gar nicht als Frau“, klagte Mulvaney bei der Verleihung des Preises. „Egal wie sehr ich mich anstrenge, was ich trage, was ich sage oder welche Operationen ich vornehmen lasse, ich werde in den Augen dieser hasserfüllten Menschen niemals eine akzeptable Version des Frauseins erreichen.“


Hasserfüllt. Dieses Schlagwort erstickt seit einiger Zeit jede sachliche Auseinandersetzung im Keim. Ist es hasserfüllt, die Tatsache zu erwähnen, dass Frauen keine Männer werden können und umgekehrt? Ist es hasserfüllt, wenn sich Frauen im Sport gegen die Ungerechtigkeit wehren, sich mit biologischen Männern messen lassen zu müssen? Wenn Frauen dagegen Sturm laufen, dass Vergewaltiger, die sich plötzlich als Frauen identifizieren, in Frauengefängnisse versetzt werden? Wenn Frauen nicht wollen, dass Männer Zugang zu Frauentoiletten oder Umkleidekabinen haben? Und ist Hass wirklich die einzige Erklärung für eine ablehnende Reaktion, wenn ein Mann „Woman of the Year“ wird oder – wie dieses Jahr in den Niederlanden – den Preis der Schönheitskönigin gewinnt?


Typisch Frau?!

Zeugt es dagegen in irgendeiner Weise von Mitgefühl, zu verlangen, dass wir Frauen unsere Schutzräume aufgeben? Welche Botschaft sendet dieser Award an junge Frauen, die oft genug ohnehin in ihrer Weiblichkeit mehr als verunsichert sind?

Bevor nun jemand fragt: Nein, ich fühle mich von Mulvaney nicht „in meinem Frausein bedroht“. Meine Wut rührt woanders her. Ich finde es mehr als empörend, wenn das Frausein auf eine derart klischeehafte Oberflächlichkeit reduziert wird, wie Mulvaney es tut.

Werfen wir doch einmal einen Blick auf Mulvaneys Äusserungen über „ihren“ ersten Tag als Frau: „Ich habe schon dreimal geweint, habe eine scharf formulierte Email verfasst, die ich nicht abgesendet habe, ich habe online Kleider eingekauft, die ich mir nicht leisten kann, und als mich jemand fragte, wie es mir geht, sagte ich ‚gut‘, obwohl es mir nicht gut ging. Und, wie war ich, Mädels? Gut?“ Muss ‚frau‘ sich eine solch groteske Karikatur der Weiblichkeit aus Gründen der Toleranz wirklich gefallen lassen? Und noch schlimmer: Müssen wir akzeptieren, dass wir Originale durch diese verzerrten Kopien ersetzt werden?


Wir brauchen Vorbilder


Journalistin Madeleine Kearns kommentiert im National Review treffend ironisch: „Erinnert ihr euch noch, als wir den jungen Mädchen sagten, sie sollten weder versuchen, sich über die Bestätigung von anderen zu identifizieren, noch über ihre Kleidung und sicher nicht über die Schönheitsoperationen, die sie vornehmen lassen? Erinnert ihr euch daran, wie wir versuchten, ihnen weibliche Vorbilder mit Intelligenz, Talent und Charakter anzubieten, die zu mehr imstande sind, als eine oberflächliche Besessenheit mit dem Erscheinungsbild zu befriedigen, die die Popkultur feiert? Nun, die Methode Mulvaney sagt jungen Frauen nun nicht nur, dass das Äussere am meisten zählt, sondern auch dass – sogar in diesem Bereich – Männer die besseren Frauen sind. Wenn das mal keine Ermutigung für Frauen ist!“


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